1848 er Revolution

Im Rahmen unseres Winterprogramms haben wir uns mit der 48er Revolution beschäftigt. Auf einem Clubabend gab es einen Vortrag mit anschliessender Diskussion. Die dazu passende Ausfahrt - Auf den Spuren der badischen Revolution - fand an einem Samstag im Juni statt.
Uns erging es dabei besser als dem Heckerzug, der sich gegen Ostern 1848 von Konstanz durch den Schwarzwald mit schlechter Bekleidung und Ausrüstung durch den Schnee quälen mußte. Auf unseren sieben Etappen wurden wir begleitet von Heinz Siebold, Mitautor des Buches "der Münstergeneral" über die Freiburger Revolutionsgeschichte.
Der Münstergeneral Wir besichtigten ehemalige Herbergen und Orte, an denen Revolutionsscharmützel stattfanden. In Staufen standen wir z.B. vor einem Haus, in dem eine Kanonenkugel steckte, d ie am 24. September 1848 abgefeuert wurde, um den "Struwe-Putsch" niederzuschlagen. Beeindruckend war die Scheidecker Höhe, ein Pa0 zwischen Kandern und Steinen, an dem am 20. April 1848 die Freischärler Friedrich Heckers geschlagen wurden. Hier fiel aber auch Freiherr von Gagern, der Befehlshaber der hessischen und badischen Truppen. In Freiburg standen wir vor der Hinrichtungsstätte dreier Revolutionäre, die im August 1849 von preußischen Militärs erschossen wurden. Die Familie des erschossenen Max Dortu ließ dort später eine Gruft einrichten und stattete die Stadt mit Geld aus, damit die Grabstätte bis heute gepflegt wird.
Im Verlauf dieses Tages ergaben sich interessante Diskussionen, z.B. über den bürgerlichen Charakter dieser Revolution. Natürlich nahmen auch strategisch - kriegstaktische Fragen einen Raum ein.
Interressant sind die Forderungen dieser bürgerlichen Revolution heute noch allemal, und es wird viel zu selten Politiker und Erfüllungsgehilfen des herrschenden kapitals in ihrem 48er Sonntagsredengeschwätz auseinandergenommen. Der große Lauschangriff, die Asylpolitik, Militäreinsätze der Bundeswehr im Ausland, ungerechte Steuerpolitik, das Mißverhältnis zwischen Arbeit und Kapital, dies sind nur einige Dinge, deren Beseitigung nicht begrfflich, aber fast wörtlich in den "Forderungen des Volkes" 1847 in Offenburg beschlossen wurden.
Einig waren wir uns auch, daß Deutschland und seine Nachbarländer bei einer erfolgreichen 48er Revolution einiges Unheil erspart worden wäre, weil es den damaligen Freiheitskämpfern vor allem um Freiheit und Demokratie im Inneren und nicht um Agression und Nationalismus nach außen gegangen ist.
Die 48er Revolution ist allerdings auch eine Geschichte von Männern. Bis auf Emma Herwegh, Frau eines Dichters und Anführer des Herwegh-Zuges, hatte sich damals keine Frau politisch artikulieren können.