Für eine offene Stadt

Gegen Fremdenhass und Rassenwahn


Der Gemeinderat der Stadt Freiburg verurteilt mit Nachdruck jede Form der Gewalt, Fremdenhass und Rassenwahn. Die Stadt Freiburg und die Freiburger Bürgerschaft wehren sich dagegen, dass Menschen - gleich welcher Nationalität, Religion, ethnischer oder sonstiger Herkunft - durch Gewalt oder Diskriminierung verletzt oder beleidigt werden.
Freiburg ist eine offene Stadt, die Toleranz, Verständigung und ein gutes Miteinander mit ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern pflegt. Freiburg will Ausländerinnen und Ausländern eine gute Heimat sein. Andere Kulturen stellen eine Bereicherung des sozialen und kulturellen Lebens dar.
Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, überall und jederzeit gegen Gewalt, Fremdenhass und Rassenwahn Stellung zu beziehen und sich mit Zivilcourage einzumischen. Einzeln und gemeinsam, in Aktionen, Veranstaltungen oder durch Gesten der Solidarität und Mitmenschlichkeit. In dieser Stadt gibt es keinen Platz für Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Jeder einzelne ist aufgerufen, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz oder in Vereinen und Gruppen seinen Beitrag zu leisten


Für eine offene Stadt
Gegen Fremdenhass und Rassenwahn


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In diesem Sinne unterstützt die Stadt Freiburg alle Initiativen in der Bürgerschaft, welche aktiv für Toleranz, Liberalität und Offenheit einstehen. Wir appellieren vor allem an die Schulen und Hochschulen, an die Kirchen, Jugendgruppen, soziale Institutionen, Sportvereine und kulturelle Einrichtungen, jedem Ansatz von Fremdenfeindlichkeit und rechter Gewalt entschieden entgegenzutreten. Dazu bietet die Stadt Beratung und Hilfe an. Der Gemeinderat unterstützt Veranstaltungen, Diskussionen und Begegnungen, um sich mit den Ursachen und Motiven von rechter Gewalt und Fremdenfeindlichkeit zu befassen.

Diese Resolution wurde am 100. Geburtstag der verstorbenen Ehrenbürgerin der Stadt Freiburg, Frau Dr. Gertrud Luckner, im Gemeinderat einstimmig beschlossen. Frau Dr. Gertrud Luckner hat unter Gefahren für ihr eigenes Leben während des Nazi-Regimes hunderte von jüdischen Mitbürgern in ganz Deutschland vor Verfolgung, Vertreibung und dem Tod bewahrt und ist selbst im Konzentrationslager inhaftiert gewesen. Sie wurde mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Freiburg ausgezeichnet und erhielt hohe Ehrungen des Staates Israel. Ihr Vorbild ist für uns heute eine Verpflichtung

Freiburg im Breisgau 26. September 2000


E- Mail an die Stadt Freiburg

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